Technische und berufliche Bildung
Das duale Berufsbildungssystem ist fest im deutschen Bildungssystem verankert und ein zentraler Bestandteil davon. Es handelt sich um ein kompetenzorientiertes Ausbildungssystem, das in Deutschland nachweislich zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, einem Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit und damit direkt zum Wachstum der deutschen Wirtschaft beiträgt.
Dieses System beruht auf einer gesetzlich geregelten Zusammenarbeit zwischen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen einerseits und öffentlich finanzierten Berufsschulen andererseits. Es verbindet die Zeit im Unterricht mit der Arbeit im Betrieb. Auszubildende verbringen im dualen System in der Regel einen Teil der Woche in der Berufsschule und den anderen Teil im Unternehmen; alternativ können sie auch längere Zeit an einem Ort verbringen, bevor sie wechseln.
Die duale Ausbildung dauert üblicherweise zwei bis dreieinhalb Jahre. Das Berufsbildungsgesetz von 1969, das 2005 geändert wurde, hat diese enge Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern („Länder“) und den Unternehmen eingeführt. Ziel ist es, jungen Menschen eine Ausbildung in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen zu ermöglichen, die anschließend entsprechend dokumentiert wird – durch ein Zertifikat, das von einer zuständigen Stelle ausgestellt wird, etwa einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer.
Die folgenden Videos geben weitere Einblicke in das deutsche duale Berufsbildungssystem und zeigen, wie man daran teilnimmt.
Warum das Deutsch-Zertifikat der Stufe C für Auszubildende in der dualen Berufsausbildung wichtig ist
Kenia führt derzeit in verschiedenen Regionen des Landes duale Ausbildungsprogramme ein. Durch die kürzliche Genehmigung der Dual-Training-Policy durch das Kabinett wird der Wettbewerb für kenianische Auszubildende um globale Chancen noch dringlicher. Zusätzlich stärkt die jüngste Arbeitsmigration-Vereinbarung zwischen Kenia und Deutschland, die die Migration kenianischer Arbeitskräfte für Beschäftigung sowie berufliche Aus- und Weiterbildung erleichtert, Keni as Position als regionale Vorreiterin für technisches Know-how und Innovation. Daher ist es entscheidend, dass kenianische Arbeitskräfte ausreichend qualifiziert und zertifiziert sind, um internationalen Standards zu entsprechen.
Gleichzeitig steht Kenia bei diesen Chancen im Wettbewerb mit der globalen Arbeitskräftebasis. Deshalb sind duale TVET-Auszubildende in Kenia besonders gut aufgestellt, um internationale Einsatzmöglichkeiten zu sichern, wenn sie das deutsche Level-C-Zertifikat besitzen.
Was ist ein C-Zertifikat?
Das C-Zertifikat, das von AHK Eastern Africa angeboten wird, ist eine spezialisierte berufliche Qualifikation. Sie orientiert sich an den Anforderungen des lokalen Arbeitsmarkts und integriert zugleich Elemente des deutschen dualen Ausbildungssystems. Ein zentrales Merkmal dieses Systems ist seine Dualität: Mindestens 50 % der Ausbildung müssen praktisch sein und in einem Unternehmen stattfinden.
Warum das C-Zertifikat?
Das AHK C-Zertifikat bietet mehrere Vorteile:
- Anerkennung durch deutsche Unternehmen: Das C-Zertifikat signalisiert deutschen Arbeitgebern, dass die Inhaber eine Ausbildung nach dem dualen System absolviert haben. In Deutschland wird insbesondere die praxisnahe, unternehmensbasierte Ausbildung als besonders wertvoll angesehen.
- Verbesserte Beschäftigungsfähigkeit:Das Zertifikat erhöht die Chancen, eine Arbeit in Deutschland zu finden, da es eine ausgeprägte betriebliche Praxis und nachweisbare praktische Fähigkeiten belegt.
Wie läuft der Bewertungsprozess ab?
- AHK-Prüfungsausschüsse: Diese Ausschüsse sind zentral für die Qualitätssicherung. Sie bestehen aus mindestens zwei Vertretern aus Unternehmen und einem Vertreter einer Berufsschule, wobei die Mehrheit auf der Unternehmensseite liegt. Zu den Aufgaben des Ausschusses gehören die Erstellung der Prüfungsaufgaben, die Durchführung der Prüfungen sowie die Bewertung der Ergebnisse in Zusammenarbeit mit AHK.
- Prüfungsverfahren und Zertifizierung:Vor der Prüfung entwickelt der Prüfungsausschuss praktische Aufgaben, Bewertungsmaßstäbe und Vorgaben für die Beurteilung. Nach erfolgreichem Bestehen stellt AHK ein zweisprachiges Zertifikat aus. Dieses Zertifikat beschreibt die Qualifikationen der Auszubildenden und wird nach privatem Recht anerkannt.
Wer bietet das C-Zertifikat an?
Das C-Zertifikat wird ausschließlich von der Delegation der Deutschen Industrie- und Handelskammer (AHK) ausgestellt. Diese Exklusivität stellt sicher, dass Ausbildung und Prüfung deutschen Standards entsprechen und zugleich lokal relevant bleiben. Mit diesem Zertifikat bietet AHK Eastern Africa Unternehmen und Auszubildenden eine praxisnahe, hochwertige berufliche Qualifikation, die international anerkannt ist und an den lokalen Arbeitsmarkt angepasst wurde.
Wirkung in Kenia
Bisher hat AHK in Kenia mehr als 500 C-Zertifikate ausgestellt und Prüfungen in verschiedenen Bereichen durchgeführt, darunter Hospitality, Schuhherstellung, Pharmazie, Mechatronik, Automobil, Elektrotechnik, Sanitär/Installation, Mauerwerk, Tischlerei und Schweißen. Diese Initiative hat die Fähigkeiten kenianischer Arbeitskräfte gestärkt, sodass sie global wettbewerbsfähig sind und zugleich die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarkts adressieren. Die deutsche Level-C-Zertifizierung ist damit ein entscheidender Schritt für kenianische duale TVET-Auszubildende: Sie ermöglicht es ihnen, internationale Chancen zu nutzen und zum wirtschaftlichen Wachstum des Landes beizutragen.